Reiseberichte:

 

Similasan-Reise 16. - 23. 12. 2004

 

Weihnachtswoche 2004

 

 

 

Hallo mitenand!

 

Schon über ein Monat ist vergangen, seitdem wir in La Palma im Sitzungszimmer sassen, am Strand wanderten oder durch die nebelgetränkten Pinienwälder streiften. Weihnachten und Silvester sind vorbeigehuscht, die Husten-Deko liegt schon hinter uns und wir befinden uns bereits in der ersten A-Tour des Jahres. Und nun sitze ich hier in meinem verschneiten Paradies am neuen PC um euch von unserer Dezemberwoche zu berichten:

 

Also, am 16. Dezember war es wieder so weit, unser mittlerweile vielseitig geprüftes Dezembergrüppli traf sich um 06.30 am Flugplatz in Zürich. Unser Reiseziel war dieses Jahr LA PALMA, eine winzige Perle im Atlantik die zur kanarischen Inselgruppe gehört. Am Mittag schon bezogen wir unsere Zimmer und nach  einem typisch spanischen Mittagessen mit vielen verschiedenen Tappas gab uns Danny das Programm für die Woche bekannt:

 

Gruppenarbeiten, Lager- und Verkaufsanalysen, neue Marketing-aktivitäten usw., aber es gab auch Zeit um gemeinsam die Insel

 

San Miguel de La Palma – zwischen Atlantik und Himmel zu erforschen.

 

Dabei war uns Heriberto Eppelsheimer, Bergführer, Tourenleiter, Biobauer, Landschafts-gärtner, Lebenskünstler und lebender Vulkan eine grosse Hilfe.

 

Am Freitag bekamen wir auf der Cumbrecita, einem Aussichtspunkt im Nationalpark, einen kleinen Vorgeschmack von der bevorstehenden zweitätigen Wandertour. Wir wanderten auf schmalen Pfaden durch traumhaft schöne Kiefernwälder mit beeindruckend von Waldbränden gezeichneten Stämmen. Die Luft war feucht, die Sonne strahlte durch den Nebel und es bildeten sich Regenbögen über die tiefliegenden Täler. Es roch nach Harz und Natur pur, war feucht und ziemlich kühl. Danach ging’s weiter nach El Paso an der Westküste, wo wir strahlendes Sommerwetter antrafen. Nach einem Besuch in der historischen Naturseidenweberei genossen wir ein köstliches Mittagessen direkt am Meer. Auf diesem Ausflug bekamen wir auch einen ersten Eindruck von der vielfältigen Pflanzenwelt der Insel. Nebst Bananenplantagen waren da blühende Weihnachtssterne und viele andere südländische Pflanzen anzutreffen.

 

Am Sonntag galt es dann ernst, wir packten unsere Rucksäcke und fuhren mit dem Kleinbus in Richtung Roque de los Muchachos, dem höchsten Berg der Insel. Der Nebel wurde immer dichter, die Spannung immer grösser, ob wir wohl die dicke Suppe noch durchbrechen würden. Und da, fast am Ziel angekommen, bot sich uns die herrlichste Aussicht über dem Nebelmeer. Wir fuhren vorbei an riesigen astrophysikalischen Anlagen, die an Weltraumstationen erinnern. La Palma ist nämlich für „Sterngucker“ eines der interessantesten Gebiete der Welt, da hier der Durchblick ins Weltall besonders günstig ist. Oben angelangt gingen wir zum Aussichtspunkt um die Wetterlage genauer zu begutachten. Die Aussicht war umwerfend schön, sogar den Teide, welchen wir vor drei Jahren in Teneriffa bestiegen hatten, war zu sehen. Heriberto zeigte auf unser Ziel, einer Blockhütte, welche an der Wand eines weit gegenüberliegenden Felsen klebte und kaum zu sehen war, da die Nebelschwaden über die Krete quollen.

 

Es sah beinahe etwas bedrohlich aus, aber ein einmal erklärtes Ziel wird von unserer abenteuergefestigten Gruppe nicht so schnell in den Wind geschlagen, und gemeinsam machten wir uns auf den Weg. Es war eine schöne, anstrengende Wanderung (wir hatten ja auch noch Rucksäcke mit Schlafsack und Proviant dabei) durch die vielfältige Vulkanlandschaft von La Palma. Bei schönem Wetter muss es für Naturfreunde eines der herrlichsten Erlebnisse sein - im dicken Nebel und teilweise starken Wind war es teilweise eher ein Durchhalten und Durchkämpfen, jedenfalls für die nicht mehr ganz Jungen! Nach ca. zwei Stunden Aufstieg machten wir eine Mittagsrast und genossen unsere saftigen Sandwiches, welche Heriberto uns vor dem Hotel in die Hand gedrückt hatte, jedenfalls fast allen.………..

 

Weiter ging’s unserem Ziel entgegen und nach weiteren Stunden kamen wir an unserem Nachtlager an. Es war kalt, neblig und eine steinige Blockhütte, welche nicht geheizt werden konnte, war unser Schlupfloch. Wir machten das Beste draus und hielten uns mit heissem Tee, Wein, Heribertos Bio-Köstlichkeiten, Käse, Wurst und Brot und Kuchen bei Stimmung. Einen kleinen Moment bekamen wir einen Eindruck, wie herrlich die Aussicht von hier oben sein kann: weit unten lag das Meer mit den Lichtern von Santa Cruz und den andern Küstenorten.

 

Wir hielten uns mit Gesang, Wein und Witzen in Stimmung, der Abend schlich dahin, und um 9 Uhr machten sich schon die ersten auf ins Schlafgemach, zwei doppelstöckige Holzgestelle, wo wir uns auf dünnen Matten in die Schlafsäcke kuschelten. Die Wände waren feucht, es war kühl, und es brauchte eine Weile, bis Ruhe einkehrte und die letzten sich eingenistet hatten. Draussen stürmte es zeitweise geräuschvoll..., auch unser Schlafgemach blieb von Geräuschen nicht verschont, es schnarchte und „windete“ in allen Ecken!

 

Wie schön war es am morgen, die Rucksäcke wieder zu packen und uns auf den Rückweg zu machen. Der Abstieg kam mir beschwerlicher vor als am Kilimanjaro, einen Salto habe ich beinahe hingelegt, aber es war mir zu nass! Nach stunden-langem Marsch durch die noch schlimmer triefenden Wälder als am Vortag erreichten wir unser Ziel, den Pico de las ovejas, von wo man immerhin schon wieder das Meer durch die Bäume schimmern sehen konnte. Von dort wäre es noch ca. 2 Stunden weitergegangen, aber da kam uns der rettende Engel in der Gestalt von  Heribertos Frau Vevi im Geländewagen (es war eigentlich eher ein Viehtransporter!) entgegen. Die „Flitzer“ oder Gipfelstürmer wurden aufs Dach verladen, die Langsamen durften im Auto sitzen, dreimal könnt ihr raten, wer wohl im Auto sass.………

 

Die Krönung unserer Wanderung war ein herrliches Essen in der Finca der „Eppis“. Nebst Lammgigot mit vielen Beilagen liessen wir uns von der Leidenschaft der Eppelsheimers anstecken – Salsa, kubanische Musik, die den Puls höher schlagen lässt.

Am letzten Tag ging’s schon bald ans Einpacken, aber auch ein kleiner Ausflug war noch auf dem Programm. Wir fuhren mit dem Bus Richtung Süden zum Vulkan San Antonio wo ein kleiner Spaziergang auf dem Kraterrand mit Sicht auf die Salzsalinen angesagt war. Hier übergebe ich das Wort an Marco, da es Mario und mir zu windig war und wir es vorzogen, uns schnellsten aus dem stürmischen Wind zu verziehen...

 

Ja, diese Kraterwanderung war schon ziemlich eindrücklich! Der Wind fegte schon fast Orkanartig über den Krater hinüber. Zu Beginn mussten wir aufpassen, dass es uns nicht in den Krater hinein zog. Der Kraterrand konnte so etwa zu 3/5 begangen werden, was bedeutete, dass wir danach aufpassen mussten damit es uns nicht den Vulkan hinunter in Richtung Meer blies!

 

Auf jeden Fall hatten wir riesig den Plausch und hatten grossen Spass  daran.

 

Den Abend verbrachten wir in der kleinen privaten Bodega vom schönen Juan und genossen wiederum Vevis Köstlichkeiten, Wein von der Insel und die vier Musikanten, welche uns mit kubanischer Musik verwöhnten, ein stimmungsvoller Abschluss unserer Weihnachtswoche.

 

Vielen Dank Danny für die Organisation und Begleitung von den etwas „Lang-sameren“, es war einmal mehr eine wunderschöne Woche die uns noch lange in guter Erinnerung bleiben wird!

 

Es härzlichs Grüessli       

 

Monika