Reise nach La Palma vom 1.3.2008 – 8.3.2008
Spontan, während des Fondue-Essens des Gewerbevereins Birmensdorf haben wir,
Karlheinz und Claire Schonert,
Kari Besier
sowie Felix und Theres Zimmermann
beschlossen, der Einladung von Herbert Eppelsheimer Folge zu leisten. Gerne hätten wir gehabt, wenn noch mehr Gewerbler mitgekommen wären.
Am Samstag, den 1. März 2008, es war sehr kalt, grau und nass, versammelten wir uns vor dem Haus von Karlheinz und Claire Schonert. Gut gelaunt und gespannt auf das was kommen mag, bestiegen wir den Mercedes-Bus der Familie Schonert. Stefan Schonert chauffierte uns zum Flughafen. Die Air Berlin brachte uns nach 3 stündigem Flug nach La Palma, wo wir erfreute und bekannte Gesichter, Herbert und Vevi Eppelsheimer und natürlich auch von sonnigem Wetter empfangen wurden. Der von Herbert Eppelsheimer organisierte Taxi brachte uns nach kurzer Fahrt zum Aparthotel Hacienda San Jorge, Los Cancajos, La Palma. Die Überraschung war gross, ein wunderschönes Hotel inmitten eines Parks mit Palmen, Swimming-Pool; was uns im ersten Moment schon in Ferienstimmung versetzte. Auch unserem Wunsch Blick aufs Meer wurde Rechnung getragen, denn das Hotel lag unmittelbar am schwarzen, d.h. mit Lavasand umringtem Meeresstrand. Nachdem wir unsere Koffern im Hotel deponiert hatten, gings gleich weiter nach Santa Cruz, wo wir als erstes mit Palmerischen Spezialitäten, d.h. Tapas in 5 Varianten und palmerischem Wein verwöhnt wurden. Es war interessant vom Strassenrestaurant aus den ersten Eindruck von La Palma aufzunehmen. Anschliessend führte uns Heriberto durch Santa Cruz. Wir bewunderten die Sehenswürdigkeiten, Kirchen, Plätze und schöne alte Bauten, schlenderten durch enge Gassen und staunten darüber, dass Heriberto in Santa Cruz ebensoviel Leute kennt wie dereinst in Birmensdorf.
Es erstaunte uns auch, dass diese Leute in Politik und Kultur einen Namen haben. Zum Beispiel um die Ecke an einem kleinen alten Haus klopfte er, José öffnete die Türe und zeigte uns das alte, schmuck eingerichtete „Teatro Chico“. Es war Zufall! Nach einem schönen Trip durch Santa Cruz, mit 21'000 Einwohnern, wurden wir wieder zum Hotel gefahren. Das Nachtessen im Hotel war eine weitere Überraschung; ein grosses Buffet mit kulinarischen Köstlichkeiten, das nichts vermissen liess. Nicht nur das Essen, auch den Wein haben wir genossen.
Am andern Morgen staunten wir über das grossartige Frühstücksbüffet, was mit Champagner eröffnet wurde. Es war Sonntag, 2.3.2008, wir wurden von Heriberto abgeholt. Im Bus, unser Chauffeur Heriberto, fuhren wir nach El Paso durch Wälder mit kanarischen Föhren und Kastanienbäumen, vorbei an blühenden Mandelbäumen sowie wurderbar blühende für uns unbekannte Sträucher. Auf La Palma gebe es 380 Pflanzenarten und einige davon nur auf dieser Insel, welche sich durch die Entstehung der Vulkane über jahrhunderte entwickelten. Die Insel ist sehr fruchtbar. Alle Gemüse gedeihen auch auf 1'000 m Höhe. Heriberto Epppelsheimer erklärte uns das Wassersystem der Insel, welches über weite Strecken durch spezielle Kanäle und Rohrleitungen aus den Wassergalerien in den Bergen hergeholt wird. Von den diversen Wassergesellschaften kann man Wasseraktien kaufen und hat, je nach Galerie und Aktie, ein dementsprechendes Wasserbezugsrecht. Alle 12 ½ Tage kann man sein Wasser beziehen (Dula). Giftige Tiere wie Schlangen etc. kennt man auf der Insel nicht. Die Insel ist 48 km lang und 28 km breit. Wir besuchten das Museum „Caldera de Taburiente“ der Inselregierung, wo uns die Geschichte der Insel näher gebracht wurde. Anschliessend stand eine Besichtigung der „Cumbrecita“ auf dem Programm;
ein Aussichtspunkt mit Einblick in die Caldera de Taburiente (Nationalpark und Wandergebiet). In einem schönen Beizli im Hafen von Puerto de Tazacorte speisten wir nach palmerischer Manier.
Am 3. Tag, 3.3.2008 besuchten wir eine
Naturseidenverarbeitungs-Werkstätte, d.h. ein kleines Museum. Es war sehr
interessant vom Cocons bis zur fertigen Kravatte oder zum fertigen Seidenschal
jeden einzelnen Arbeitsgang zu beobachten. Natürlich haben uns die wunderschönen
Farben der Seidenfäden, welche mit verschiedenen Naturprodukten gefärbt werden
ganz besonders gefallen.
Man staunt auch auf der Insel La Palma werden vom Meeresstrand bis in weite Höhen Bananen angebaut. Bananen soweit das Auge sehen kann in jedes Tobel ja in jede Ecke. Wie könnte es sein, an diesem Tag besuchten wir Martina Rasi aus Thusis (Schweiz), welche seit Jahren eine biologische Bananen-Plantage bewirtschaftet. Mit viel Herzblut hat sie uns den Vegetationsablauf der Banane erklärt. Dann gings weiter zu einem Weinmuseum.
Wir haben festgestellt, dass auch die Palmeros gute Weine, die uns munden, produzieren. Die Reben wachsen an den dunkelbraun bis schwarzen Vulkanhängen, die vor tausenden von Jahren entstanden. Es dauert hunderte von Jahre bis auf der Vulkanerde etwas wächst, dann aber gedeihen spärlich die seltsamsten Pflanzen, wunderschöne Blumen und auf karger Lavaerde eben die Weinstöcke. Ebenso sehenswert war der Plaza La Gorieta ein Platz künstlerisch wunderschön gestaltete Motive aus tausenden Mosaiksteinchen. Der Anblick und die Farbenvielfalt wird uns immer in Erinnerung bleiben. Weiter führte uns die Reise zum Vulkan San Antonio. Mit einem Film wurden wir über die Geschichte der Vulkane informiert sowie den Ausbruch des Teneguia 1971 am südlichsten Zipfel der Insel. Ganz eindrücklich war der Spaziergang über den Kraterrand mit Sicht tief ins Kraterinnere, auf das Meer, kleine Dörfer, grossen Bananenplantagen sowie die Salzsalinen und der Leuchtturm der neu erstellt wurde. Der Wind bliess so fest, dass er uns fast vom Kraterrand fegte. Es bot sich ein seltsames Bild. Wir fuhren zum südlichsten Zipfel der Insel. Dort wird immer noch Salz produziert.
Das Wasser wird vom Meer hochgepumpt und in verschiedenen Verdunstungsbecken gespeichert. Im Sommer gewinnt man aus 1 Liter Meerwasser 37 gr. Meersalz. Das Salz wird noch von Hand in kg-Säcke sowie in Döschen abgepackt. Dieses Gebiet steht unter Naturschutz und ist Eigentum des Staates. Der Heimweg führte uns entlang der Ostküste, sehr steinig (Lavagebirge) und kurvenreich, immer mit Blick aufs Meer
Am 4.3.2008 wurden wir wieder von Herbert beim Hotel abgeholt. Auch grosse Kreuzfahrtschiffe wie die AIDA machen auf der Insel halt. Nun fuhren wir in den Norden der Insel, wieder durch Bananenplantagen, vorbei an wunderschönen Pflanzen, blühenden Mandelbäumen, Bäumen leuchtend in gelb und orange, behangen mit Orangen und Zitronen.
Auf dem Gipfel (Roque de los Muchachos, mit 2'426 m höchster Berg der Insel)
angekommen staunten wir nicht schlecht als wir das „Astrophysikalisches Observatorium „Fenster zum Weltall“ mit diversen Messstationen „Gran Teles Copio mit einem Telescop von 12 m Durchmesser“ sahen. Wissenschaftler aus aller Welt halten sich dort auf. Wir blickten in die Tiefe eines 1'500 metrigen Kraters. Weiter gings zu „Zarza und Zarcita“, einem Museum über die Ureinwohner von La Palma. Der Spaziergang zu der Höhle mit eingeritzen Steinen war auch sehr beeindruckend. Nach dem Nachtessen konnten wir zuschauen wie Heriberto und Vevi Eppelsheimer jungen und älteren Palmeros Salsa-Tanzen beibringen. Auf dem Heimweg genehmigten wir uns in der Lambadabar einen Schlummertrunk.
5.5.2008 An diesem Tage führte und der Weg nach Los Tilos. zu vergleichen mit dem Verzascatal.
Wir machten eine Wanderung in die Tilosschlucht, eng über Stock und Stein, mal rauf mal runter, zum Teil urwaldähnlich (steht unter dem Schutz der UNESCO). In einem Fischerbeizli direkt am Meer assen wir uns, umrahmt vom Rauschen des Meeres, satt.
Es bot sich die Gelegenheit die Rumabfüllung „Destilerias Aldea“ zu besichtigen.
Weiter führte uns der Weg zum Walfahrtsort der Heiligen Jungfrau vom Schnee. Alle 5 Jahre im Juli kommen Leute aus aller Welt zu dieser Prozession nach Santa Cruz, welche 5-7 Stunden dauert. Vom Aussichtspunkt La Conception bewunderten wir wieder, die man glaubt im Meer endenden Bananenplantagen. Der Bananenanbau in La Plama beinhaltet 70 % vom Bruttoinlandprodukt der Rest ist Tourismus etc. Die Bananen, die den einmaligen kanarischen Geschmack haben, werden grösstenteils aufs Festland, d.h. nach Spanien exportiert.
6.3.2008
Nach dem Morgenessen geht nach San Pedro zur Besichtigung von einer kleinen Cigarrenproduktion, ein kleiner Familienbetrieb.
Wir konnten zusehen wie jede einzelne Cigarre aus getrockneten Tabakblättern von Hand gefertigt wird. Es war sehr eindrücklich. Wie könnte es anders sein, wieder gings endlos den Berg hinauf bis wir bei José einem 84 jährigen Palmero ankamen. Wir wurden verwöhnt mit Weisswein, selbstgemachtem Käse, Orangen aus eigener Kultur. Gut gestärkt konnten unsere Männer angeleitet von José einmal mit zwei Kühen (Vacas palmeras) in einem Acker Furchen ziehen.
Ja das war nicht so einfach, aber sehr eindrücklich und auch unvergesslich. Die Gastfreundschaft von José diesem alten Herrn hat uns sehr beeindruckt. Weiter gings, plötzlich hat Herbert angehalten und uns gezeigt, was Farbläuse sind und was für wundervolle Farben entstehen.
7.3.2008
Ganz gespannt waren wir natürlich auf den Abstecher zur Familie Eppelsheimer. Er hat uns seine Finca eine Art Bauerngut hoch oben mit seinen Schafen und einer Sau gezeigt und erklärt. Weiter gings zu deren Paradies. Im Garten verwöhnte uns Familie Eppelsheimer mit einem Apéro. Bei einem vorzüglichen Nachtessen, zubereitet von Vevi Eppelsheimer und zum Nachtisch eine Torte,
versehen mit den Namenszügen der Inselbesucher aus der Schweiz plauderten wir bis in die späte Nacht hinein.
Am nächsten Tag war „Heimreise“ angesagt. Ja so schnell verging die schöne Zeit auf La Palma und wir glauben auch wie viele andere auf der „Insel der Glückseligen“ gewesen zu sein, denn wir wurden fürstlich bewirtet und behandelt. Diese Reise wird uns immer in schönster Erinnerung bleiben.
Theres Zimmermann, 2008